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Gedanken zur Vernissage der Ausstellung „Jazz in Farbe und Form “ von Hans Salomon-Schneider, Bamberg.

Von der Kreiskulturreferentin Gisela Lang M.A.

Es stellt sich also bei der Verwendung solcher farbmalerischen Attribute die Frage, ob es die Musik ist, die Farbe in unser Leben bringt, – wie es eine gängige Redewendung nahelegt -, oder ob wir selbst es sind, die die Farbe in die Musik hineinsehen?

Vor diesem Dilemma stehen wir auch mit unserer heutigen Ausstellung. Farbe und Klang lassen sich zwar physikalisch als Schwingungsverhältnisse ausdrücken, – womit dann auch die Vorstellung, dass sich die beiden Wahrnehmungsformen auch irgendwo assoziieren lassen könnten, virulent verbunden ist -, aber soweit gingen dann die Bamberger Diskutanten auch nicht. Für sie sind alle Versuche, eine gemeinsame Sprache für beide Phänomene zu finden, bisher gescheitert. Sicherlich jedoch beeinflussen sie sich gegenseitig auf einer ganz anderen, nicht messbar wahrnehmbaren Ebene.

Als ich bei den Vorbereitungen zur Ausstellung von Hans Salomon-Schneider nach den Motivationen für seine künstlerische Betätigung fragte, kam nach dem Wunsch des kreativen Schaffens auch die Neigung des aktiven Musikers zu den hörbaren Tönen zur Sprache. Ihn beflügelt bei seiner Malerei insbesondere Jazzmusik und ich bat ihn, eine Zusammenstellung seiner am häufigsten bei der Arbeit gehörten Titel zu fertigen.

Dies dürfen Sie nun im Anschluss an unsere Worte hören. Für mich überraschend war das breite Spektrum dieser bemerkenswerten Auswahl u.a. über Titi Winterstein, Enrique Morente, Herbie Hancock, Baden Powell, Celula New York City, Weather Report bis hin zu Miles Davis.

Und noch überraschender – oder vielleicht auch nicht – war dann, dass einige der gerade Genannten sogar in Bildtiteln wieder auftauchen, z.B. in der Wortspielerei „5 Miles to Natalie“ oder „Für Lazlo, Steve und Celula NYC“. Der Künstler kann Ihnen zu deren Entstehung gleich selber noch einige Auskünfte geben.

Ich persönlich habe mich dem Experiment bereits unterworfen und zu einzelnen Werken „meine“, also eine subjektiv geprägte Zuordnung getroffen.Vielleicht wollen Sie das auch einmal versuchen und dabei in den Bildern das entdecken, was sie auszeichnet: ein geradliniger, dennoch verspielter Zugang zum Thema, eine geradezu kindliche Freude am Eingegebenen, ein sorgsames Herantasten an Material, Farben und Formen durch einen empfindsamen Künstler, der von sich selbst sagt: „Im Ideenbereich arbeite ich am liebsten intuitiv, bei der Ausführung sind je nach Komplexität das Durchdenken, vorbereitende Studien und die handwerkliche Seite von Bedeutung.“

Das erinnert natürlich wieder an die Musik. Insbesondere an sogenannten improvisierten Jazz, der in regem Austausch mit den anderen Instrumenten und Menschen seine Fans findet.

Und noch ein bestimmt statthafter Vergleich: wie Miles Davis, dem die Musikgeschichte insgesamt fünf Jazzrevolutionen zurechnet, lehnt auch Hans Salomon-Schneider Klassifizierungen seiner Stile ab. Reist immer auf der Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten, Themen und Darstellungsformen. Da kommen ihm hieroglyphenartige Detailformen und verballhornte sowie entstellte Texte als aussagekräftige Bildinhalte mit augenzwinkerndem, manchmal auch bösartigem Hintersinn auf´s Tableau, da wird ein Nachbarschaftsstreit mit einem Zahlenlustspiel mehr oder weniger verklausuliert, da werden Lexikontexte zum Inhalt der Darstellung. Und wenn noch eine Sonnenfinsternis dazu kommt, dann gibt´s bei der gestalterischen Lust kein Halten mehr.

Lassen Sie sich also verführen von „JAZZ in FARBE und FORM“, schenken Sie sich die Lust am Hinschauen, Zeilenergründen, am Botschaften- und Symbole entschlüsseln und hören Sie ruhig in die Werke von Hans Salomon-Schneider hinein!

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